
Vom 13. bis 15. März verwandelte sich die Jugendherberge Wittenberg wieder in unseren musikalischen Lebensmittelpunkt. Nach der Winterpause traf sich das Landes-Akkordeon-Ensemble Sachsen-Anhalt zu den traditionellen Frühlingsproben: drei Tage intensiver musikalischer Arbeit, Wiedersehen unter Orchestermitgliedern und Vorbereitung auf das erste Konzert des Jahres. Neben konzentrierten Proben erwartete uns diesmal auch eine besondere Aufgabe: ein professioneller Videodreh.
Wiedersehen und musikalischer Neustart
Am Freitagnachmittag füllten sich nach und nach Proberaum und Jugendherberge. Die meisten waren bis 15:30 Uhr angereist, einige mussten wegen Schule oder Beruf später dazustoßen oder konnten erst am Samstagvormittag teilnehmen.
Um 16 Uhr begann die erste Probe – der Moment, in dem nach der Winterpause aus vielen einzelnen Akkordeons wieder ein gemeinsamer Klang wird. Die Frühlingsproben dienen vor allem dazu, das Repertoire aufzufrischen und musikalische Details zu schärfen. Rhythmus, Dynamik und Zusammenspiel müssen nach der Pause wieder zusammenfinden.
Der Freitagabend brachte dann bereits den typischen Probenrhythmus: Probe, Abendessen, Probe – und danach freie Zeit für Gespräche, Spiele oder eine Partie Tischtennis.
Präzision im Orchesterklang
Anders als in unserer Sommer-Probenwoche arbeiten wir im Frühjahr fast ausschließlich im gesamten Orchester. Registerproben sind hier meist nicht nötig – stattdessen steht das Zusammenspiel im Mittelpunkt.
Das fordert volle Konzentration von allen. Besonders die „5 Skizzen“ von Jürgen Ganzer verlangen präzises Zusammenspiel und hohe Aufmerksamkeit im Orchester. Auch das „Florentinische Konzert“ von Gerhard Mohr stellte uns mit einigen schnellen und durchaus „fiesen“ Läufen vor sportliche Herausforderungen.
Gerade solche Stellen zeigen aber, wie wichtig gemeinsames Hören und Reagieren ist. Wenn eine Passage nach mehreren Versuchen schließlich perfekt zusammenläuft, entsteht im Proberaum dieser kleine Moment kollektiver Zufriedenheit.
Kamera läuft: Videodreh für #volltemperament
Ein besonderes Highlight erwartete uns am Samstag: ein Videodreh im Rahmen des Projekts #volltemperament des Musikland Sachsen-Anhalt.
Dieses Netzwerkformat stellt die Vielfalt der gesamten Musikszene Sachsen-Anhalts vor und gibt unterschiedlichsten musikalischen Akteur*innen eine Bühne. Wer neugierig ist, kann hier mehr darüber erfahren.
Für uns bedeutete das: Kamera, Ton, Regie – und plötzlich ein ganz neuer Blick auf unsere Musik.


Gefilmt wurde ein kurzer Ausschnitt aus einem unserer Stücke. Welches genau, verraten wir an dieser Stelle noch nicht – das kannst du herausfinden, sobald das Video veröffentlicht ist. Diesen Abschnitt spielten wir zwei- bis dreimal komplett durch, damit das Drehteam verschiedene Perspektiven aufnehmen konnte. Ergänzt wurde das Ganze durch zahlreiche Detailaufnahmen: Finger auf den Knöpfen oder Tasten, konzentrierte oder emotionale Blicke und kleine musikalische Momente mitten im Spiel.
Die Zusammenarbeit mit dem Drehteam war für uns eine spannende Erfahrung. Nach kurzer Zeit war die anfängliche Kamerasituation fast vergessen – und die Musik stand wieder ganz selbstverständlich im Mittelpunkt.
Das fertige Ergebnis findest du auf YouTube. Für weitere Einblicke folge gerne dem Musikland Sachsen-Anhalt und natürlich auch unserem Orchester auf Instagram.

Kleine Hürden, kreative Lösungen
Nach dem Videodreh rückte das bevorstehende Konzert immer stärker in den Fokus. Damit ergab sich auch eine ganz praktische organisatorische Frage: Wie kommen eigentlich unsere Pauken von der Jugendherberge zum Stadthaus Wittenberg?
Tragen? Zu weit.
Autos? Zu klein.
Einen Transporter organisieren? Am Wochenende gar nicht so einfach.
Am Ende fanden wir eine überraschend einfache Lösung: Das Taxiunternehmen Lorenz aus Wittenberg unterstützte uns kurzfristig beim Transport. Eine spontane Hilfe, die unseren Konzertaufbau deutlich erleichtert hat – und zeigt, wie wichtig manchmal schnelle, pragmatische Lösungen sind.
Vom Proberaum auf die Bühne
Der Sonntagvormittag gehörte noch einmal ganz der Musik. Nach Frühstück, Packen und Zimmerübergabe probten wir bis zum Mittag weiter an den letzten Details.
Anschließend zog das Orchester ins Stadthaus Wittenberg um: Instrumente ausladen, Bühne aufbauen, Anspielprobe. Aus intensiver Probenarbeit wurde Schritt für Schritt Konzertvorbereitung.
Und dann kam der Moment, auf den alles hinauslief – das Konzert.

Mehr als nur Proben
Was solche Wochenenden besonders macht, sind nicht nur die Stunden im Proberaum. Es sind auch die Gespräche beim Essen, spontane Spieleabende oder das gemeinsame Lachen nach einem langen Probentag.
Hier wächst das, was ein Orchester wirklich zusammenhält: Vertrauen, Freundschaft und das Gefühl, gemeinsam etwas zu schaffen.
Ein großes Dankeschön gilt deshalb allen, die dieses Wochenende möglich gemacht haben – unserem Dirigenten, den musikalischen Unterstützerinnen, allen engagierten Spielerinnen, den Familien im Hintergrund und natürlich unserem Publikum.
Ein besonderer Dank geht außerdem an das Musikland Sachsen-Anhalt für die Möglichkeit, Teil des Projekts #volltemperament zu sein, sowie an das beteiligte Drehteam für die effiziente Organisation und die für uns sehr spannende Zusammenarbeit vor der Kamera.
